· 

Mein persönlicher Jahresrückblick 2019

Was für ein Jahr!!! Aber würde ich das nicht nach jedem vergangenen Jahr sagen?

Doch, zumindest meistens. Trotzdem war dieses Jahr sehr besonders. Zudem endet eine ganze Dekade.

 

Die Dekade scheint fast entscheidender zu sein. Eine Dekade, in der ich mir eingestehen musste, dass mein Leben so nicht weitergehen konnte, in der Therapie im Mittelpunkt stand so wie nie zuvor, in der Persönlichkeitsentwicklung eine riesen Rolle spielte. Alles, was in dieser Dekade angestoßen und bearbeitet wurde, darf nun heilen. Der Grundstein für die neue Dekade ist quasi gelegt. Ich empfinde es als sehr interessant, dass so viel psychische Weiterentwicklung in dieser Zeit im Vordergrund stand, und mich interessiert, ob es anderen Menschen ähnlich ergangen ist.

 

 

Zurück zu diesem Jahr:

 

Januar und Februar waren für mich Wartemonate. Ungeduldiges Warten auf den Klinikplatz. Und immer wieder Hoffnung, dass es mir dann besser gehen würde. Es gab auch schöne Momente zwischendurch. Am 15. Januar waren mein Mann und ich 15 Jahre zusammen. Ich kochte uns ein vegetarisches Vier-Gänge-Menü, und wir feierten uns, so gut es eben ging.

Sehr viel Kraft gab mir im Januar die magische Begegnung mit dem Eisvogel, über die ich auch hier schrieb (idee 2 - achtsam.denzauberdernaturerleben). Dafür bin ich dankbar.

 

Am 21. Februar zog ich dann für dreieinhalb Monate ins Gezeiten Haus Schloss Eichholz nach Wesseling. Auch darüber gab es hier schon den ein oder anderen Artikel. Jetzt ein halbes Jahr nach Beenden des Aufenthalts dort, kann ich sagen, dass es mir definitiv besser geht. Besser heißt nicht, dass nun alles leicht ist, aber doch schon leichter. Ich finde definitiv schneller zu mir zurück, vor allem in schwierigen Situationen.

Im Gezeiten Haus erlebte ich viele Tiefen, aber auch Höhen. Ressourcen wie das Singen oder meine Liebe zur Natur wurden 

wieder zum Leben erweckt und wirken nach. Doch dazu später.

Während meiner Zeit in der Klinik konnte ich fast an jedem Wochenende zur Belastungserprobung nach Hause fahren, was zum Teil schön, aber auch schwierig war. Die Autofahrten waren eine Belastung zum einen wegen des Verkehrs in Richtung Köln, aber auch wegen meiner verschiedenen Ängste beim Autofahren. Zudem erkrankte mein Mann, so dass bei mir Gedanken aufkamen wie: "Warum reicht es denn jetzt nicht, dass ich krank bin und mich um mich kümmern muss? Warum kommt jetzt diese Sorge noch dazu? Warum kann jetzt nicht einfach nur mal ich im Mittelpunkt stehen?"

Interessant, interessant, diese narzisstische Ader! ;-) Höhen und Tiefen nicht nur in der Klinik, sondern auch zu Hause!

Dreieinhalb Monate intensive Arbeit an mir, mit dem Gefühl, nie ein Ende zu finden. Ein Ende, das es so wohl auch nicht geben wird, bei den ganzen Zwiebelschichten, in die wir eingehüllt sind.

Ein erstes Ende der Arbeit, zumindest der ganzen EMDR-Sitzungen, gab es dann schon mit meiner Entlassung am 29. Mai. Der Abschied von dort gehört mit zu den schönsten Erlebnissen dieses Jahres, dieser Dekade. In allen Gruppen wurde mir so viel Zuneigung und Zuwendung zuteil, dass ich davon eigentlich ein Leben lang zehren können müsste. Darüber könnte ich auch einen schönen Artikel schreiben. :-) Tatsächlich schieben sich in meinem Fall ja gerne die negativen Erlebnisse über die positiven, aber ihr könnt euch sicher sein, dass ich da aktiv gegensteuern möchte und werde!!!

 

Zuhause wurde ich mit einer kleinen Willkommensparty empfangen. Das habe ich sehr genossen. Die schwierigen Momente folgten auf den Fuß. Dazu gehörte und gehört für mich der komplizierte Umgang mit meiner Mutter (sie nicht unnötig zu verletzen, aber mich schützen zu müssen, in dem ich konsequent Grenzen setze) und der Termin bei der Amtsärztin. Hier ging es um meine Versetzung in den Vorruhestand. Diesen Termin meisterte ich für mich zufriedenstellend und eine weitere psychiatrische Begutachtung folgte. Insgesamt versuchte ich mich im Juni und Juli - so gut es ging -, wieder mit Hilfe meiner Therapeutin zu Hause einzugliedern. Ich fing an, immer mehr zu schreiben, vor allem an der Ruhr - an meinem HappyPlace.

 

Den August verbrachte ich zum großen Teil in Zoutelande in unserem Chalet. Zwei Wochen zusammen mit meinem Mann, und eine Woche ganz alleine. Zeiten des Alleineseins sind für mich nach wie vor eine Herausforderung, die ich aber zunehmend hinbekomme. Auch hier half mir das Schreiben, das direkte Verarbeiten einsamer Gefühle. Ich schrieb viele meiner "Gedanken am Meer" direkt auf meiner Bank am Meer sitzend nieder.

 

In der Zeit von September bis einschließlich November nahm ich an einem zehnwöchigen Kurs von Laura Malina Seiler teil. Dieser Kurs (I am), in dem es um meine Visionen in allen Lebensbereichen und den dahintersteckenden, Visionen verhindernden und zu transformierenden Glaubensmuster ging, hat mich durchaus positiv gestärkt. Eine gute Ergänzung zur therapeutischen Arbeit! Im November nahm ich an der zehntägigen Autoren-Online-Messe teil. So viel Input für eine Anfängerin wie mich.

Wichtig ist: Ich mache was, bin interessiert und aktiv, öffne mich zunehmend. Das ist gut für mich!

Auch der Klimawandel beschäftigte mich stark und es war mir wichtig, sowohl im September als auch im November für unsere Kinder und Enkel zusammen mit `fridays for future` auf die Straße zu gehen.

 

Und jetzt im Dezember? Jetzt bin ich im Ruhestand, bin eine "jubilada" (spanisch für Ruheständlerin, ein so viel schönerer Ausdruck als Rentnerin oder Pensionärin :-)) verliere mich ein wenig in weihnachtlichen Vorbereitungen (Handarbeiten, Karten herstellen und schreiben, Organisation der Geschenke und des Essens) vielen Geburtstagen, und Veranstaltungen. Meine Tage sind gefüllt mit Ereignissen und gerade mit nur wenig Ruhe, aber die kommt ja wieder im Januar, oder?

Nein, die werde ich mir wieder selbst geben, um weiter in die Heilung zu gehen.

Tolle Ereignisse waren jetzt im Dezember der Besuch des Hattinger Weihnachtsmarktes, die Weihnachtsshow des Tanzstudios, in dem meine Tochter arbeitet und tanzt sowie mein eigener Auftritt mit dem Projektchor zusammen mit dem Musicaldarsteller Reginald H. Jennings. Es war ein Genuss mit diesem begnadeten Sänger zusammen singen zu dürfen. 

Zudem machte es Freude und Spaß!

Ich bin gespannt auf die Erlebnisse im neuen Jahr.

 

Schreiben, heilen, aktiv sein, gut für mich sorgen - das nehme ich mit in das neue Jahr und die neue Dekade.

Es wird!!!  - In allen Belangen - und da merke ich doch ganz klar, dass so viel davon abhängt wie ich mit mir selbst umgehe.

 

Ich wünsche euch von Herzen friedliche und fröhliche Weihnachten.

 

Zwei Tipps nach Nora Kettenring für das Weihnachtsfest fielen mir heute noch in die Hände. Die möchte ich gerne mit euch teilen:

1. Setze die Brille der Vergangenheit ab, um deine Liebsten voller Staunen neu sehen und ihnen vorurteilsfrei begegnen zu können.

2. Sei da, wo dein Körper ist, damit kein Stress in dir entsteht!

So kann Weihnachten kommen...

 

Bald starten die Rauhnächte. Auf das zugehörige Ritual, das ich schon seit drei Jahren praktiziere, freue ich mich schon.

 

Auch wünsche ich euch einen achtsamen und feierlichen Start in das neue Jahr 2020 und in das neue Jahrzehnt.

 

"Liebe und Heilung" heißt das Motto!

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0